Sektion 0: Allgemeine Sektion Sektion 1: Grammatik und Grammatiktheorie Sektion 2: Kommunikation auf Reisen Sektion 3: Kontaktlinguistik, Mehrsprachigkeit, Interkulturalität: Theorie, Methodologie, Praxis Sektion 4: Historische Linguistik Sektion 5: L1,n-Textprozeduren aus der Feder von Wissenschaftsnovizen Sektion 6: Spracherwerb und Sprachunterricht

0: Allgemeine Sektion

Für alle Beiträge, die nicht in einer der thematischen Sektionen präsentiert werden.

1: Grammatik und Grammatiktheorie

Leitung: Peter Öhl

Dieser Arbeitskreis beinhaltet Beiträge, die sich deskriptiv oder explanativ mit morphologischen oder syntaktischen Phänomenen auseinandersetzen. Dies kann auch im Vergleich von Sprachsystemen unterschiedlichen Typs sowie deren Varietäten (Dialekten, Historiolekten) geschehen. Es werden sowohl deskriptive Analysen als auch funktionale und formale Erklärungsansätze präsentiert, die auch linguistische Nachbardisziplinen (Semantik, Pragmatik) berühren können. Darüber hinaus bildet der Vergleich unterschiedlicher Erklärungsmodelle einen möglichen Ansatz.

Kontakt: Peter Öhl, E-Mail oehl@gesus-info.de.

2: Kommunikation auf Reisen

Leitung: Renata Nadobnik (Gorzów Wielkopolski)

Diese Arbeitsgruppe will sich mit diversen Textsorten beschäftigen, die in Hinblick auf die Bedürfnisse von Reisenden verfasst werden. Hierbei werden sowohl synchrone als auch diachrone komparative und kontrastive Studien erwartet. Mit Interesse werden ebenfalls Untersuchungen zu nur einer Sprache aufgenommen. Im Zentrum der geplanten Forschungsarbeiten stehen:

  • Reiseführer,
  • zwei- bzw. mehrsprachige Sprachführer,
  • zwei- bzw. mehrsprachige Reise-Wörterbücher,
  • Werbeflyer mit Informationen zu ausgewählten touristischen Attraktionen, kulturellen Einrichtungen, Unterkunfts- und Verpflegungsmöglichkeiten u. Ä.,
  • Speisekarten bzw. Informationen zum Essangebot in verschiedenen Gastronomiepunkten, wie etwa Restaurants, Gaststätten, Cafés, Imbissstuben
  • sowie andere Textsorten, die auf Reisen Verwendung finden.

Auch elektronische Texte, wie etwa E-Books, Applikationen für Smartphones, zwei- oder mehrsprachige Sprachübersetzer, können mitberücksichtigt werden.

Kontakt: Renata Nabobnik, E-Mail rnadobnik@ajp.edu.pl.

3: Kontaktlinguistik, Mehrsprachigkeit, Interkulturalität: Theorie, Methodologie, Praxis

Leitung: Barbara Komenda-Earle (Szczecin)

Der Arbeitskreis bietet ein Forum für Beiträge, die sich mit den Fragen der weit gefassten Kontaktlinguistik aus theoretischer, methodologischer und praktischer Sicht befassen. 

In der gegenwärtigen Kontaktlinguistik werden neben Transferenzen auf den klassischen sprachlichen Ebenen wie Phonetik, Morphologie, Syntax, Lexik und Phraseologie, Pragmatik auch Transferenzen auf der Text- und Diskursebene sowie breitere Phänomena wie Zwei- und Mehrsprachigkeit, Inter- und Transkulturalität als Manifestationen von Sprachenkontakten angesehen.

Auf dem gegenüberliegenden Pol runden Fragestellungen der Ethnolinguistik das Bild der Sprachenkontakte ab. –  Bei Interesse sind Beiträge mit einem ethnolinguistischen Fokus ebenfalls willkommen.

Die Manifestationen, Prozesse und Ergebnisse der Sprachenkontakte können aus

  • der sprachtypologischen,
  • der sprachvergleichenden,
  • der sprachhistorischen,
  • der soziolinguistischen,
  • der psycholinguistischen Sicht behandelt werden. 

Der Arbeitskreis bietet somit ein Forum für Beiträge, in denen neben jeglicher Fusion von Sprachen in ihren sozialen Bezügen auch von einem Ineinanderspielen von Sprachen und Kulturen die Rede ist.

In der Sektion sind neben Referaten in Deutsch und Englisch auch Referate in Polnisch (mit einem Abstract und Handout in Deutsch oder Englisch) zugelassen.

Vorgesehen wird eine Publikation der Beiträge in einem Sammelband (voraussichtlich im Verlag Dr. Kovač, Hamburg) bzw. in einem thematischen Sonderheft. Teilnehmerinnen und Teilnehmer der Sektion werden gebeten, sich auch direkt bei den Organisatoren der Tagung anzumelden und das Abstract ebenfalls an die Organisatoren der Tagung zu schicken.

Kontakt: Barbara Komenda-Earle, E-Mail barbarakomenda@gmail.combarbara.komenda-earle@usz.edu.pl.

4: Historische Linguistik

Leitung: Bela Brogyanyi (Universität Freiburg) & Reiner Lipp (Univerzita Karlova v Praze)

Die historische Linguistik beschäftigt sich mit der Geschichte von Sprachen. Dabei ermittelt sie zeitlich abgestufte synchrone Schnitte, die sie vergleichend untersucht, um die in ihrer Geschichte vollzogenen Veränderungen im Einzelnen festzustellen und zu beschreiben. Diese Herangehensweise bietet den Schlüssel zum Verständnis der gegenwärtigen Gestalt von Sprachen. Synchronie und Diachronie werden in der Sprachbetrachtung so in Einklang gebracht.

Die Sprachtypologie, die ebenfalls sprachvergleichend arbeitet, sowie die Sprachuniversalienforschung leisten ihrerseits wichtige Beiträge zur Rekon­struktion älterer Sprachstufen. Dadurch finden Methoden der allgemeinen Sprachwissenschaft wiederum Eingang in die historische Linguistik. 

Wir laden Linguisten zu Beiträgen in unserer Sektion „Historische Lingui­stik“ ein, die sich mit Aspekten der historischen Sprachvergleichung und dem Beitrag der allgemeinen Sprachwissenschaft zur sprachhistorischen Forschung beschäftigen. Willkommen sind Vorträge aus allen Bereichen der historisch orientierten Linguistik, vorzugsweise jedoch der historisch-vergleichenden Sprachwissenschaft.

In unserer Sektion sind neben Deutsch, Englisch, Französisch selbstverständ­lich Italienisch, Spanisch und Russisch als Sektionssprachen zugelassen. Bei international weniger bekannten Sprachen muss der Vortrag für den Sektions­band in eine der angeführten Sprachen übersetzt werden.

Die Vorträge der Sektion sollen vorzugsweise an zwei Nachmittagen (ca. 14:00-18:00 Uhr) stattfinden.

Anmeldungen zur Sektion sollen an die Organisatoren der Sektion gerichtet werden. Für die zur Sektion angemeldeten Vorträge soll möglichst bis zum 28.2.2020 ein Abstract von 20-30 Zeilen bei der Sektionsleitung eingereicht werden. Individuelle Absprachen mit der Sektionsleitung sind möglich.

Die Vorträge dieser Sektion sollen in einem separaten Band innerhalb der GESUS-Reihe „Sprache und Sprachen in Forschung und Anwendung (SiFA)“ beim Verlag Dr. Kovač, Hamburg, erscheinen.

Unabhängig von der Anmeldung zur Sektion soll sich jeder Teilnehmer auf der GESUS-Seite im Internet informieren und sich auch zentral zur Tagung anmelden, wobei das Abstract ebenfalls per E-Mail an die lokalen Organisatoren in Odense geschickt werden soll (bis 28.2.2020).

Wir freuen uns auf Ihre/Eure Teilnahme.

Kontakt:

Bela Brogyanyi
Sprachwissenschaftliches Seminar
Universität Freiburg
Belfortstr. 18
D-79085 Freiburg
E-Mail: brogpfu@mail.uni-freiburg.debrogyanyi@gesus-info.de

Reiner Lipp
Ústav srovnávací jazykovědy
Filozofická fakulta
Univerzita Karlova v Praze
Nám. Jana Palacha 2
CZ-11638 Praha 1
E-Mail: lippr@ff.cuni.czreiner.lipp@capitanio.org

5: L1,n-Textprozeduren aus der Feder von Wissenschaftsnovizen

Leitung: Una Dirks (Philipps-Universität Marburg, Deutschland)

Das Verfassen wissenschaftlicher Texte bereitet Novizen im Wissenschaftsbetrieb meist Probleme, die nur bedingt auf einen fremd- oder zweitsprachlichen Verwendungskontext zurückgeführt werden können. Vielmehr gilt: Wer auch in der Muttersprache keine Kenntnis von wissenschaftlichem Schreiben hat, z.B. von wissenschaftsadäquaten Zitierpraktiken, wird diese auch nicht beim Verfassen eines fremdsprachlichen Textes zeigen (vgl. Borg 2000, Petric 2012). Hinzu kommt, dass der korrekte Gebrauch scheinbar ‚leichter‘ allgemein wissenschaftssprachlicher Phraseme wie „etwas abbilden“, „auf etwas verweisen“ insbesondere für Nicht-Muttersprachler/innen, aber auch generell für Novizen im Hochschulkontext i.d.R. weitaus schwieriger ist als die korrekte Verwendung einzelner Fachbegriffe (Graefen 2004: 300ff., Wallner 2014: 74ff.). Zumal Letztere meist gezielt erläutert werden, während sich die vielen fachübergreifenden Formulierungsroutinen durch Gebrauchsrestriktionen auszeichnen, deren Kenntnis stillschweigend vorausgesetzt wird (Meißner & Wallner 2019: 457, Ehlich 1999: 8f.). 

Auf dem Hintergrund solcher Beobachtungen versteht sich die AG als ein Forum zur Präsentation sprachkontrastiver Textanalysen im Hochschulkontext (z.B. mit Bezug auf Hausarbeiten, Forschungsberichte, Protokolle), wobei die jeweils verwendeten Textprozeduren (Feilke 2017) insbesondere, aber nicht nur, in Relation zum Sprachregister (z.B. Fachsprache vs. allgemeiner Wissenschaftssprache) und/oder unter Berücksichtigung von Mehrsprachigkeitsbedingungen diskutiert werden sollen. Außerdem sind Evaluationsbeiträge über Fördermaßen wissenschaftsgemäßer L1,n-Textprozeduren (vgl. Choi 2016, Lehnen 2012, Steinseifer 2014) sehr willkommen. 

Kontakt: Una Dirks, E-Mail Dirks dirks@uni-marburg.de.

Literatur

Borg, E. (2000). Citation practices in academic writing. In: P. Thompson (Hrsg.), Patterns and Perspectives: Insights into EAP Writing Practices. Reading: University of Reading, 27-45.

Choi, Y. H. (2016). Writing strategies in the process of L2 computer-mode academic writing with the use of multiple resources. English Teaching 71 (3), 3-28.

Dirks, U., Barski, R. & Zhou, B. (2019). Vom DaF-Forschungsbericht zum Bewerbungsgespräch – Ein „Scaffolding“-Ansatz. In: Durand, M.-L., Lefèvre, M. & Öhl, P. (Hrsg.), Sprache und Sprachen in Forschung und Anwendung. Hamburg.

Ehlich, K. (1999). Alltägliche Wissenschaftssprache. Information Deutsch als Fremdsprache 1, 3-24.

Feilke, H. (2017). Schreib- und Textprozeduren. In: J. Baurmann, C. Kammler & A. Müller (Hrsg.), Handbuch Deutschunterricht. Theorie und Praxis des Lehrens und Lernens. Seelze: Klett-Kallmeyer, 44-51.

Graefen, G. (2004). Aufbau idiomatischer Kenntnisse in der Wissenschaftssprache. In: A. Wolff, C. Chlosta & T. Ostermann (Hrsg.), Integration durch Sprache. Regensburg: FaDaF, 293-309.

Lehnen, K. (2012). Erwerb wissenschaftlicher Textroutinen. Schreibarrangements und Modellierung von Aufgaben am Beispiel von Einleitungen. In: H. Feilke & K. Lehnen (Hrsg.), Schreib- und Textroutinen. Theorie, Erwerb und didaktisch-mediale Modellierung. Frankfurt/Main u.a.: Lang, 33-60.

Meißner, C. & Wallner, F. (2019). Das gemeinsame sprachliche Inventar der Geisteswissenschaften. Lexikalische Grundlagen für die wissenschaftspropädeutische Sprachvermittlung. Berlin: Erich Schmidt Verlag.

Moll, M. (2015). Studentische Textproduktionen in der fremden Wissenschaftssprache Deutsch. Fremdsprachen Lehren und Lernen, 44(1), 96-109.

Petric, B. (2012). Legitimate textual borrowing: Direct quotation in L2 student writing. Journal of Second Language Writing 21(2), 102-117, URL: https://doi.org/10.1016/j.jslw.2012.03.005 [14.08.2019].

Steinseifer, M. (2014). Vom Referieren zum Argumentieren: Die didaktische Modellierung von Textprozeduren der Redewiedergabe und Reformulierung. In: T. Bachmann & H. Feilke (Hrsg.), Werkzeuge des Schreibens. Beiträge zu einer Didaktik der Textprozeduren. Stuttgart: Fillibach bei Klett, 199222.

Wallner, F. (2014). Kollokationen in Wissenschaftssprachen. Zur lernerlexikographischen Relevanz ihrer wissenschaftssprachlichen Gebrauchsspezifika. Tübingen: Stauffenburg.

Zhao, Jin (2018). Wissenschaftsdiskurse kontrastiv: Kulturalität als Textualitätsmerkmal im deutsch-chinesischen Vergleich. Berlin: De Gruyter.

6: Spracherwerb und Sprachunterricht 

Leitung: Claudia Rehwagen, Tampere (Finnland)

Der Arbeitskreis widmet sich ganz dem Thema der Tagung: „Language(s) – Sprache(n) – Sprog”. Daher sollen besonders Beiträge zu den Themen Mehrsprachigkeit, Sprache und Fach (CLIL), mehrsprachiges CLIL und Möglichkeiten des selbstgesteuerten Fremdsprachenerwerbs (Lernerautonomie) im Fokus stehen. Möglichkeiten und Grenzen dieser Ansätze im Kontext von Schule und Hochschule sollen beleuchtet werden.

Besonders im Hochschulbereich sind diese Themen aktueller denn je, können dort aber oftmals nicht erst eingeführt werden. Schulen und Hochschulen sind gleichermaßen gefordert und oftmals überfordert mit Anspruch und institutioneller Wirklichkeit. Welche theoretischen Ansätze wie genutzt werden können soll Ziel dieser Sektion sein.

Am Ende sollen best-practice-Beispiele stehen, die Möglichkeiten ihres Einsatzes an den verschiedenen Institutionen diskutiert sowie Brückenschläge zwischen Schule und Hochschule gewagt werden. Bitte planen Sie Ihren Vortrag deshalb so, dass er zur (kontroversen) Diskussion anregt. Die Vorträge selbst dürfen gerne mehrsprachig sein.

Kontakt: Claudia Rehwagen, E-Mail claudia.rehwagen@tuni.fi

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